LERNEN MIT ZUKUNFT

12 | JUNI 2022 Seelennahrung: Mit Musik geht alles leichter DER RICHTIGE UMGANG MIT UNSICHERHEIT UND ANGST DI Roswitha Wurm Dipl. Lerndidaktikerin Lese- und Recht- schreibtrainerin, Kinderbuchautorin Interaktive Lesungen an Schulen buchbar unter: www.lesenmitkindern.at Das hat es bestimmt von mir!“ Dieser Mei- nung sind viele Eltern und probieren dann erst gar nicht gemeinsam mit ihrem Kind Lieder zu singen. Aber das stimmt nicht! Jedes Kind reagiert auf Musik, schon sechs Monate alte Kinder können zur Musik mitwippen und bereits Jüngere reagieren aufmerksam auf Töne. Keiner wird unmusikalisch geboren, sondern verliert die Gabe, wenn sie nicht angeregt wird. Das menschliche Gehirn wird durch Musik ganzheitlich stimuliert, gleichgültig ob aktiv musiziert oder ob einfach den Klängen eines Liedes oder eines Musikstückes gelauscht wird. Das ist einer der Gründe, warum sprechmoto- rische Therapien häufig mit Musik untermalt werden. Es ist erwiesen, dass der frühe Bezug eines Kindes zur Musik die Leistungsfähigkeit des Gehirns und die Psyche eines Babys posi- tiv beeinflusst. Daher soll und darf mit Kindern gesungen werden. Auch wenn nicht immer jeder Ton getroffen wird. Auf die Begeisterung kommt es an! Eltern, die mit ihren Kindern singen, verbessern die emotionale Beziehung zu ihrem Kind und schaffen eine ge- meinsame Tätigkeit, die allen Beteiligten Freude macht. LEHRMEISTERIN MUSIK Durch das Singen von Liedern wird die sprach- liche Entwicklung spielerisch und optimal trai- niert. Die Kids lernen ganz nebenbei und mit Spaß Sprachmelodie, Satzbau und Ausspra- che. Texte und Melodien von Kinderliedern sind meist richtige Ohrwürmer und prägen sich so leicht ins Gedächtnis ein. Singen regt die Fantasie an und lässt die Kleinsten D ie letzten beiden Jahre waren für viele Kinder geprägt von der Pandemie und zuletzt von Kriegsnachrichten. Als Förderpä- dagogin erlebe ich, dass dies nicht spur- los an den Kindern vorüber gegangen ist. Umso wichtiger ist es gemeinsam zu musizieren, denn Musik wird seit jeher eine heilsame Wirkung zuge- schrieben. Je nach Rhythmus, Tonart, Klangfarbe, Harmonie oder Tempo können die Klänge eines Liedes oder eines instrumentalen Stückes beru- higen, harmonisieren, erfreuen oder aktivieren. Musik kann nicht die Welt retten, aber die Seele heilen. Diesen Spruch kannten schon unsere Vorfahren. GEMEINSAM MUSIZIEREN MACHT SPASS „A ram sam sam, a ram sam sam, guli, guli, guli, guli, ram sam sam, a rafiq…!“ Begeistert singen die Kinder das beliebte Lied, reißen die Hände in die Höhe, kreisen mit den Armen und wippen mit den Füßen. Genauso wie es ihnen die Kindergartenpädagogin vorzeigt. Die Jungen und Mädchen sind mit Feuereifer bei der Sache. Auch wenn die meisten nicht wissen, dass „guli“ „sag’s mir“ und „a rafiq“ „Freund“ auf Marokkanisch bedeutet, schult dieses Lied nicht nur das Ge- hör und das rhythmische Verständnis, sondern vermittelt Kindern ein Gemein- schaftsgefühl. „Aber mein Kind ist nicht musikalisch. Foto © clker-free-vector-images | pixabay.com

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